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Category: Songwriting

Zehn Schritte, um einen Song zu schreiben

Egal, ob du Musik für ein Hörspiel, einen Song oder für eine Filmproduktion schreiben möchtest; hier ist ein kleiner Leitfaden, der dir als Hilfestellung dienen soll. Natürlich ist dies nur eine von vielen Möglichkeiten, sich an ein Songarrangement heranzutasten, aber viele gute Songwriter arbeiten nach diesem Prinzip…

 

  1. Beginne mit dem Songtitel: Erstelle eine Liste aus ungefähr sechs Wörtern, mit denen du die Hauptbotschaft deines Songs erklären kannst. Versuche am Besten ein ausgefallenes Bild oder eine eindrucksvolle Szene zu beschreiben
  2. Entwirf eine Liste mit Fragen, die aufkommen, wen man diesen Songtitel hört: Frage dich warum dich dieser Titel berührt, was du über ihn sagen möchtest und warum er deine Zuhörer neugierig machen soll/ wird. Erstelle eine Liste mit drei bis vier Fragen zu deinem Titel; Was bedeutet dieser Titel ?(für dich und andere), Was verbindest du damit? Was ist passiert, dass es zu dieser Situation kam (=der Story des Songs), Was denkst du wird als nächstes passieren?
  3. Lege einen Songablauf fest: Der Songablauf in den allermeisten Hits verläuft grob so: Vers/Refrain/Vers/Refrain/Zwischenteil/Refrain . Oft wird zwischen Vers und Refrain noch ein sogenannter “Lift” oder Pre-Chorus” eingebaut, eine kurze Steigerung, die vom Vers in den Refrain überleitet.
  4. Beantworte jeweils eine Frage in jedem Vers und eine im Chorus: Suche nach einer Frage in deinem Songtext, die du im, bzw. mit dem  Refrain beantworten kannst. Suche nach starken Bildern, die deine Zuhörer emotional ansprechen, um diese Fragen zu beantworten. Was für ein Gefühl löst die Antwort bei dir aus? Ein gutes oder ein schlechtes? Ein glückliches oder ein trauriges? Wenn du merkst dass dein Text zu kryptisch oder zu poetisch wird, versuche ein klares Statement in eine Zeile einzubauen, um deinen Zuhörer nicht zu sehr zu verwirren und sicher zu stellen, dass er weiß um was es bei deiner Sony geht.
  5. Finde eine Melodie für deine Worte: Suche dir die Zeilen deines Textes heraus, die du gerne als Refrain verwenden möchtest. Sprich sie dir laut vor und versuche sie, wie ein Schauspieler, mit übertrieben viel Emotion aufzusagen und abzuwägen, wie sie auf deinen Hörer wirken werden. Du kannst sogar versuche die Gefühl(Sudelei) in deinen Sätzen zu übertreiben. (Du willst einen Song schreiben, der Gefühle wecken soll, kein 0815 Gespräch dokumentieren!). Vergiss nicht, dass deine Worte zum Rhythmus des Songs passen müssen, als Hilfe Stellung kannst du versuchen mit deinen Händen im Viervierteltakt zu klatschen und deinen Text darüber aufzusagen. Achte aber immer darauf, dass deine Worte natürlich rüberkommen, auch wenn sie über einen bestimmten Rhythmus oder Groove gesprochen werden.
  6. Versuche Akkorde zu deiner Melodie zu finden: Versuche erste eine einfach, sich wiederholende Akkordfolge zu finden, um deine Melodie zu begleiten. Wenn du etwas gefunden hast, dass dir gefällt, versuche ein grobes Demo des Song zu erstellen und sei es, dass du nur ei paar Akkorde auf dem E-Piano anschlägst und deinen Text in deiner Gesangsmelodie darüber singst. Lass dir bei diesem Prozess ruhig Zeit und spiele ein wenig mit denen Song herum. Wichtig ist nur dass, wenn du eine gute Idee hast, diese auch sofort aufnimmst, mit dem Smartphone, iPod, was auch immer.
  7. Achtung, wichtig: Suche nach einer Frage, die dein Zuhörer beantwortet haben möchte, wenn er den ersten Vers hört –> sehr viele Hits erfüllen dieses Kriterium: Versuche deinen Zuhörer bereits im ersten Vers so neugierig zu machen, dass er unbedingt wissen will, wie die Geschichte ausgeht und schon deswegen den Song komplett anhört.
  8. Verbinde deine Verse sinnvoll mit den Refrains: Wenn du festgelegt hast was die Verse und was der Refrain in deinem Text sein sollen, schaffe sinnvolle Übergänge ( sowohl im Text als auch musikalisch!) Eventuell musst du das Ende deine Versmelodie nochmal überarbeiten, tiefer oder höher machen, um sauber in den Refrain überzuleiten. Hier ein heißer Tipp: Die meisten Melodien in erfolgreichen Songs sind höher gesungen als die Versmelodie. Es ist wie im richtigen Leben: Wenn wir emotional werden, heben wir unsere Stimme an. Sprich: Der Chorus ist der Emotional(st)e Part deines Songs, während  Verse mehr  allgemeine Dinge oder die Gesamtsituation erklären.
  9. Entwickle deinen zweiten Vers und die Bridge (= den Zwischenteil): Suche die eine deiner Fragen aus, die du in Vers 2 beantworten möchtest. Dein zweiter Corus wird die selbe Melodie und denselben Text haben wie der erste. Die Bridge oder der Zwischenteil sollte einen zusätzlichen emotionalen Höhepunkt in deinem Song darstellen, eine “Aha” Effekt , der den Hörer auf emotionaler Ebene mitnimmt. Probiere dafür zwei, oder drei Textzeilen zu schreiben, mit denen du tatsächlich das Ergebnis, bzw. die Erfüllung der Hoffnungen deinen Textes beschreiben kannst. Die Melodie der Bridge sollte sich von der des Verses oder des Refrains deutlich unterscheiden, ebenso die Akkordabfolge. Ein Song braucht nicht unbedingt eine Bridge, dennoch kann sie deinen Song wesentlich interessanter und unwiderstehlicher machen.
  10. Nimm ein erstes Demotape deines Songs auf: Ein einfach gehaltenes Demo deines Songs, auf dem du deinen Gesang nur mit Klavier oder Gitarre begleitest, kann die Emotionen oft am besten rüberbringen. Du brauchst nicht gleich ein großes Orchester und sechs Background Sänger, um deinen Song vorzutragen. Ein zu großes Arrangement gleich zu Beginn, kann sogar eher verwirrend wirken. Konzentriere dich lieber auf die Hauptbotschaft deines Songs, was du damit ausdrücken was du “rüberbringen” willst. Übe deine Song viel, damit du dich sicher fühlst, wenn du ihn vortragen möchtest. Wenn du deinen Song singst, versuche es so zu tun als ob du zu jemandem sprichst, bzw. jemand ansprichst.

 

Wie gesagt, auch was das Songwriting betrifft gilt “Viele Wege führen nach Rom” . Die oben genannten Beispiele sollen nur eine Hilfestellung, eine Checkliste sein, die dir helfen soll einen guten Song zu schreiben.

Woher weiß ich, ob mein Song “gut” ist?

Egal auf welches Songwriting-Oder Musikerforum du dich heutzutage begibst, ein Großteil der Interaktionen dort besteht aus Beiträgen von Leuten, die auf ihre Songs verlinken, mit der Bitte man möge ihre Songs beurteilen bzw. konstruktiv kritisieren. Von anderen Leuten, Freundne oder BandmitgliedernVorschläge einzuholen was du an deinem Song noch besser machen kannst, ist mit Sicherheit keine schlechte Idee, aber darum soll es in diesem Post nicht hauptsächlich gehen. Ich möchte heute eher darüber sprechen, warum so viele Songwriter eben diese Frage in besagten Foren stellen. Das bedeutet nämlich, dass sich offensichtlich viele Songwriter  nicht wirklich sicher sind ob ihre Songs “gut” sind, den meisterten fehlt wohl die Überzeugung und das Selbstbewusstsein u zu sagen : “Ich denke, ich habe hier einen wirklich guten Song geschrieben”.

Klar, wir alle wollen geliebt werden, wollen Bestätigung in unserem Tun, unseren Songs bekommen, aber trotzdem sind wir uns darüber im Klaren, dass

  • nicht jeder unsere Songs mögen wird
  •  nur weil ein paar Leute unsere Songs tatsächlich hassen bedeutet, dass sie  schlecht sind; und
  • nur weil ein paar Leute unsere Songs lieben bedeutet , dass sie gut sind

Wenn also nicht alle unsren Song mögen und, wenn esstimmt, dass ein Song gut sein kann, obwohl manche Leute ihn hassen, woher wissen wir dann überhaupt ob wir einen guten Song geschrieben haben?

 

Die Definition von “gut”

Es kommt hierbei natürlich sehr darauf an was wer als “gut” empfindet. Die meisten Songs müssen, um als “gut” zu gelten, den Zuhörer neugierig machen, ihn dazu anhalten den kompletten Song anzuhören. Allerdings ist diese Aussage sehr vage und nicht wirklich als Indikator zu gebrauchen ob ein Song gut ist.

Aber es gibt trotzdem ein paar Hilfestellungen, mit Hilfe derer du durchchecken kannst, ob du deinen Song gut arrangiert hast, bzw. ob der Text gut gemacht ist:

 

  • Höre deinen Chorus/ Refrain einzeln an und stelle dir folgende Fragen dazu: Hat er eine interessante, individuelle, eingängige Melodie die schnell ins Ohr geht, einen gut zu nach zu vollziehenden Rhythmus und nicht allzu komplizierte Akkordwechsel?
  • Höre deinen Pre-Chorus/Lift mehrfach einzeln an und stelle dir folgende Fragen: Leitet dieser Songpart sauber in den Chorus über, Bus. lässt er den Hörer förmlich nach dem Chorus betteln?
  • Vergleiche die Melodieführung der Verse und deines Refrains: Ist im Chorus eine klare Spannungssteigerung der Melodie, zum Beispiel in Form von höheren Tönen feststellbar?
  • Überprüfe die Akkordfolgen in jedem Teil deines Songs: Die Chord-Progressionen und der Rhythmus in Versen und Bridge dürfen gerne etwas verspielter sein und den Hörer auch überraschen. Beim Chorus solltest du aber mit prägnanten, einprägsameren Akkordfolgen und einem knackigen, klar strukturiertem Rhythmus  für den Zuhörer gut verständlich   zum Punkt kommen
  • Vergleiche deine Vers Lyrics mit denen deines Refrains: Auch hier sollte man eine klare Steigerung erkennen können, die Verse erzählen die Geschichte, im Refrain sollte der Songtext seinen prägnanten Höhepunkt haben

Nicht dass wir uns falsch verstehen, es ist immer hilfreich sich Feedback von deren zu holen, ich habe allerdings auf vielen Foren erlebt, dass die Songwriter nach diesen Beurteilungen und, meistens gut gemeinten Kritikpunkten, noch viel unsicherer sind als davor und ihren Song dann lieber gar nicht veröffentlichen. Bedenkt, dass auch die Leute, die eure Songs oder eure Songtexte auf öffentlichen Foren kommentieren in den meisten Fällen keine Profis sind und nach ihrem eigenen Musikgeschmack beurteilen.

Bevor ihr also das nächste Mal einen Song in einem Forum einstellt und die Leute bittet ihn zu beurteilen; besucht euren Song selbst objektiv und kritisch zu beurteilen, am besten ein paar Tage, nachdem ihr das erste Demo aufgenommen und den Song eine gewisse Zeit gar nicht  angehört habt, damit ihr genügend Abstand habt. Notiert euch dann was euch gefällt, aber eben auch was euch nicht gefällt und versucht Text und Arrangement zu optimieren. Wenn ihr dann immer noch der Überzeugung seid, dass ihr einen guten Song geschrieben habt, solltet ihr euch nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen was andere Leute, die eventuell noch einen ganz anderen Musikgeschmack haben, über euren Song denken.

Die besten Kritiker sind sowieso meistens andere Songwriter und zwar solle, die ihr Handwerk wirklich verstehen. Die wissen nämlich selber, dass es nicht leicht ist einen guten Song zu schreiben und äußern ihre Kritik deswegen konstruktiv und respektvoll. Es wir immer unterschiedliche Meinungen über deine Songs geben, denn Musik ist und bleibt nun mal Geschmackssache. Wichtig ist letztendlich, dass du von deinen Titeln überzeugt bist und dich gut damit fühlst.