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Category: Mixing

Das beste Mikrofon für`s Homerecording Studio

Eine der wahrscheinlich am meisten gestellten Fragen wenn es um`s Thema homerecording (und wie so oft „gear“) geht. Die Wahrheit ist, dass es „das“ beste Vocalmikro für Vocalaufnahmen im Homestudio nicht gibt, bzw. die Frage ist schlichtweg falsch gestellt. Richtig müsste die Frage eigentlich lauten: „Welches Mikrofon ist das beste für meinem Sänger/In?“ Die Antwort auf diese Frage ist noch einfacher und lautet: „Das Mikrofon , das am besten zu deiner Sängerin oder deinem Sänger passt.

Jede Stimme ist einzigartig

Das Großartige ist, dass jede Stimme einzigartig ist. Jede Stimme hat einen einzigartigen, persönlichen Charakter, jeder Sänger atmet, intoniert auf seine ganz eigene Weise und jede Stimme hat von Natur aus eine persönliche Färbung. Deswegen können wir auch bands, die eine ähnliche Instrumentierung haben und einen ähnlichen Stil spielen voneineander unterscheiden, wegen der Stimme. Man denke nur an Jon Bon Jovi, Brian Johnson (ACDC), Phil Collins, Celine Dion usw. Männlich oder weiblich, krächzend und laut oder sanft und poppig, all diese Stimmen haben ihre ganz bestimmten Eigenheiten. Das bedeutet aber auch, dass nicht ein bestimmtes Mikrofon für jede dieser Stimmen geeignet wäre.

 

Jedes Mikrofon hat seine eigene EQ Kurve

Das ist wichtig zu wissen, jedes Mikrofon hat eine eigene, spezifische EQ Kurve. Mirkofone haben keine Gehirne, sie wissen nicht welche Frequenzen der Sänger oder die Sängerin, die in sie hineinsigt, abdeckt.

Auf die perfekte Kombination kommt es an

Unser Ziel ist, perfekt klingende Vocals aufzunehmen, wir wollen, dass die Vocals so natürlich klingen wie wir sie in Wirklichkeit hören oder sogar noch besser. Deswegen ist der Trick nicht ein vermeintlich „gutes“ Mikrofon zu kaufen, sondern eines das gut zu der betreffenden Stimme passt und deren spezifische Frequenzen möglichst naturgetreu wiedergibt.
Hat man beispielsweise recht helle weiblich Stimme, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die typischen Kondensatormikrofone sie etwas zu grell wiederspiegeln werden ( weil viele von ihnen die Höhen stärken betonen). In einem solchen Fall wäre sicher ein Röhrenmikrofon, das die Höhen eher etwas wärmer wiedergibt, die bessere Wahl.

Teste verschiedene Mikrofone

Wenn du den Luxus hast, dass du zwischen zwei verschiedenen Mikrofonen für deine Gesangsaufnhame wählen kannst, mache einfach folgenden Test: Stelle beide direkt nebeneinander auf, so dass sie sich in der gleichen Aufnahmesituation befinden. Lass dann deinen Sänger zweimal exakt das Gleiche (und mit möglichst gleicher Intonation) aufnehmen. Vergleiche dann beide Aufnahme BEI GLEICHER LAUTSTÄRKE. Höchstwahrscheinlich wird dir eine Aufnahme von beiden besser gefallen. Das ist das Mikrofon, das am besten zu deiner Stimme oder der deines Sängers passt.
Klingt simpel und nicht besonders spektakulär. Aber hast du es wirklich schon einmal versucht oder hast du nur ewig Geld gespart um dir das teuerstmögliche und am besten aussehende Mic zu kaufen? ( So wie ich es lange gemacht und dadurch viel Zeit und Geld verloren habe…)
Dieser einfach Test hilft dir dein Equipment besser zuverstehen und das beste aus dem rauszuholen was du bereits hast OHNE Geld auszugeben…

Wie du deine Mixe verbessern kannst OHNE viel Geld auszugeben

Es gibt ein paar Möglichkeiten deine Mixe massiv zu verbessern und das Gute daran ist, du musst kein Geld dafür ausgeben. Tatsächlich ist es so, dass die besten Mischtechniken überhaupt kein Geld kosten.

Ich habe heute ein paar Tipps zusammengestellt, die dir eventuel die Entscheidung erleichtern könnten, wenn du wie
der einmal denkst, dass dich von einem guten Mix nur noch dieses eine, teure plug-in trennt.

Bitte deine Freunde für dich zu performen

Besonders wenn du alles selbst einspielst, aufnimmst mischst und evtl. auch noch masterst, kann es vorkommen, dass du zu sehr im eigenen Saft schmorrst und deinen Mix nicht mehr objektiv beurteilen kannst, weil du ihn schon x mal in den unterschiedlichsten Mischverhältnissen durchgegangen bist. Irgendwann kommt der Moment, in dem du den Durchblick verlierst und du fängst an, an deinem Song zu zweifeln und dir komische Fragen zu stellen. Ist der Song wirklich gut? Irgendie kommt mir das Arrangement, dass mir am Anfang so gut gefallen hat, nicht mehr gut vor, in der Bridge sind zu viel Intrumente, die alles zumüllen und der Drumsound gefällt mir irgendwie auch nicht mehr, ob ich lieber die Snare Drum austauschen sollte….usw. Dies sind Anzeichen, dass du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst, du hast dich selbst mit deinem Song überworfen.

Um das zu vermeiden kann es extrem hilfreich sein einen Freund zu fragen ob er einem die Gitarre einspielen, oder eine Bekannte zu bitten dir die Vocals einzusingen, sofern du die Möglichkeit hast. Deine Freunde werden den Song mit anderen Ohren hören als du, ihn etwas anders interpretieren und oft hilfreiche Ratschläge haben wie du etwas interessanter gestalten kannst. Sie können dir helfen Fehler zu entlarfen, dich inspirieren und dir die Möglichkeit geben, wieder etwas mehr objektiven Abstand zu deinem Song zu bekommen. Auf den ersten Blick mag es komplizierter erscheinen, man muss einen Termin finden, die Musiker einweisen lead Sheets erstellen usw. Letztendlich ist es aber eine große Hilfe ein paar neue Ideen zu bekommen und deinen Song aus einem anderemn Winkel anzuschauen bzw. zu hören.
Hör deinen Mix auf verschiedenen Soundsystemen an

Wenn du immer nur vor deinen Monitorboxen im Studio klebst wirst du deinen Mix irgendwann nicht mehr ordentlich beurteilen können. Darüberhinaus ist es gerade bei uns Homerecordlern so, dass wir nicht unbedingt die optimale Abhörsituation haben. Deswegen ist es immens wichtig deinen Mix auch mal über deinen mp3 player, über die kleine Audioanlage in der Küche oder auch im Auto zu hören. Dein Abhörraum, sofern er nicht professionell ausgemessen un eingerichtetist, lügt dich nämlich an. Du wirst schnell merken, dass dein Mix über unterschieliche Soundanlagen sehr unterschiedlich klingt. Für mich persönlich ist übrigens die kleine Küchenklitsche die wichtigste Referenz. Wenn mein Mix dort nicht gut klingt, versuche ich in jedem Fall noch einmal nachzubessern.
Vermeide Dogmen

Unser Hobby (oder dein Beruf, wenn du dich glücklich schätzen darfst) ist voll von teils geradezu fanatisch vorgetragenen Überzeugungen, “analog klingt immer besser als digital, verwende niemals zwei Kompressoren für den Gesang, um wirklich pro zu sein brauchst du dieses oder jenes Hallgerät, für einen fetten Gitarrensound musst du Gitarren zwingend doppeln usw….” Das ist alles Quatsch.Kauf dir nicht irgendwelche teuren plug-ins nur weil die alles verwenden und wende keine Technik an weil “das die Profis auch so machen”. Deine beiden wichtigsten Ratgeber befinden sich links und rechts an deinem Kopf. Sie sind deine wichtigeste Referenz. Und wenn du einen wirklich guten Tipp von einem Progi willst, dann halte es wie die Mix-Legende Bruce Swedien: “Wenn es gut klingt ist es gut”. Egal was für Gear oder Techniken du benutzt hast…
Lösche und mute gnadenlos

Als Musiker sind wir und unsere Egos manchmal ziemlich nervig. Da wir nun unter viel Zeiteinsatz und Herzblut jedes Instrument eingespielt haben wollen wir auch jedes instrument an jedem Part des Songs hören.Aber viele virtuos eingespielte Instrumentalparts und ein guter Mix gehören nicht unbedingt zusammen. Deswegen: Höre genau zu welcher Part deines Songs welche Instrumentierung braucht. Benutze oft den Mute-Button, du wirst schnell feststellen, dass weniger oft mehr ist und dass eine sparsamere Instrumentierung z.B. dem Gesang viel mehr Raum gibt, als wenn er den ganzen Song über mit zig Instrumenten um Aufmerksamkeit kämpfen muss. Deswegen, sei gnadenlos beim löschen und muten. In den meisten Fällen führt eine Überinstrumentierung zu einem undefinierbaren Soundbrei. Und Sounbrei klang noch nie gut…
Über deine Parts, bevor du aufnimmst

Ich habe oft gesehen dass Leute ihre Instrumente aufnehmen, obwohl sie noch gar nicht genau wissen was sie eigentlich spielen wollen oder ihr Solo noch nicht einwandfrei beherrschen. Am Ende kommen dann meist ziemlich zusammenge”punch”te Takes heraus, die mit einer flüssigen sauberen Performance nicht viel gemein haben. Klar, üben kostst ersta mal Zeit, du hast allerdings in der Aufnahmesituation den Vorteil, dass du deinen Part weitestgehend fehlerfrei überzeugend in die Kiste haust und das merkt man später deutlich.
Benutze Referenzsongs

Ich weiß, es kann frustrierend sein einen Mix fertig zu haben und dann zum Vergelichen einen professionellen Mix seines Lieblingssongs anzuhören. Man ist frustriert und merkt, verglichen mit meinem meinem Lieblingssong auf der CD klingt mein Mix wie Müll. Du bist frustriert und möchtest am liebsten alles hinschmeissen. Ist mir selbst oft genug passiert. Dennoch ist es wichtig Referenztracks von Profis anzuhören. Setz dih mal hin und höre dir ganz bewust einen Song an, der dir gut gefällt. Warum gefällt er dir, welches Element zieht deine Aufmerksamkeit auf sich, wie ist der Mixer mit dem Hall umgegangen, wie hat er die einzelnen Elemente gepannt usw. Ich mache mir beim Referenzhören oft Notizen was mir aufgefallen ist oder gut gefallen hat, die ich dann später nochmal durchschauen kann. So lernst du Stück für Stück warum prosessionelle Mixe anders klingen als deine und an was für Stellschrauben du drehen musst um deinen Lieblingsmixen beim nächsten Mal ein Stück näher zu kommen.

Du willst einen fetten Gitarrensound? Nimm so wenig Gitarren wie nötig auf!

Auf der Suche nach DEM fetten Gitarrensound, dem “Wall of Sound” schlechthin, steht für viele , wenn es um die Gitarrenaufnahme geht , schnell fest: Ich brauche tonnenweise Gitarrenspuren, muss doppeln ohne Ende, dann am besten noch einmal die Powerchords und den Grundton unter den jeweiligen Akkord legen und dann weit auseinanderpannen. Dann passt das. So machen das die Profis auch.

Ist das so…?

 

Gerade im Rock- Hardrock aber auch im Pop -Bereich ist man oft auf der Suchen nach dem druckvollen Gitarrensound, der drückt und ordentlich Schub gibt. Und um das zu erreichen nehmen wir immer mehr Gitarren auf in der irrigen Annahme “Eine Gitarre klingt gut, dann klingen mehrere Gitarren besser”. Das Dumme ist nur, dass dies im Prinzip ein großer Trugschluss ist. Ich will erklären warum.

Es ist eigentlich logisch. Je mehr Spuren wir aufnehmen, desto lauter wird der Mix auch werden, desto mehr Schallinformationen haben wir, desto mehr Frequenzen, die sich bei bei mehr Instrumenten auch immer mehr überlappen haben wir. Aber am Ende des Tages bzw. des Mixes muss diese massive Soundwand durch ein ziemlich schmales Nadelöhr: Durch den Stereo-Output unseres Mischpults. Letzendlich müssen wir also unsere drei oder sogar vierfach gedoppekten Gitarranspuren plus alle anderen Instrumente und Gesang durch diesen engen Tunnel pressen.

Was hat das zur Folge?

Eher Unerwünschtes, nämlich viele Instrumente und Spuren, die gegeneinander um ihren Platz im Frequenzspektrum kämpfen und sich infolgedessen auch teilweise auslöschen. Sprich: Einige Parts werden im Gesamtmix schlichtweg verschwinden oder maskiert. Bei dem Versuch das zu vermeiden greifen wir massiv mit ausgeklügeltem Panning und dem EQ in unsere vielen Gitarrenspuren ein, wir heben bestimmte Frequenzen, der einen Spur an, senken die einer anderen ab und addieren somit im Prinzip nur noch mehr Lärm zu unserem Gesamtmix dazu und machen uns damit unseren Job beim Mixen auch immer schwerer. Mit jedem Gitarrenpart, den wir doppeln, machen wir es auch schwer den ursprünglichen Gitarrenpart zu hören. Deswegen, was Gitarrenparts betrifft tatsächlich weniger oft mehr.
Und was hat es zur Folge, wenn wir weniger Gitarren einspielen?

Wir werden zu etwas essentiell Wichtigem gezwungen: Ein gutes Arrangement zu machen. Ein guter Arrangement ist der erste wichtige Schritt zu einem guten Mix. Ein gutes Arrangement, in dem jedes Instrument in jedem Part des Songs seinen Platz hat lässt sich wesentlich einfacher und zügiger mischen. Wenn du nicht Tonnen von Gitarrenspuren zur Verfügung hast um Druck zu erzeugen wirst du auch gezwungen sein, die wenigen Parts, die du hast durchdacht zu mischen und einzusetzen.

Ein überladenes, mit (Gitarren-) Spuren zugepacktes Arrangement ist letztendlich auch ein Beweis der Faulheit beim Arrangieren. Denn Eindruck, Wiedererkennungswert und druckvollen Sound erreicht man nicht nur über Lautstärke, sondern durch ein gut durchdachtes Arrangement. Jede Gitarrenspur hat ihren Platz und ihren Sinn im Mix.

Gnaz einfach kann man das in seinem Mix so testen: Mute in deinem Mix einmal die einzelnen Gitarrenspuren nacheinander. Fehlt dann etwas im Mix, ist die Spur essentiell. Fällt es nicht wirklich auf, wenn du die Spur mutest, ist sie höchstwahrscheinlich überflüssig.