Skip to content

Category: Mixing

Top to Bottom Mixing – Verschneller´ deinen Workflow enorm!

Mische dich durch die drei Ebenen und spare Zeit

Wir alle kennen die Situation; wir haben einen Mix mit vielen Spuren vorliegen, haben unser Projekt einigermaßen organisiert und eingefärbt und legen los zu mischen. Oft geht es , nachdem man sich kurz mit dem Songmaterial vertraut gemacht hat, mit der Bass-Drums los. Ewigkeiten wird EQ, komprimiert und wird mit den Lieblings-Plugins versucht die beste Bassdrum der Welt zu mischen. Gerde im Homerecordingbereich, in dem man es oftmals nicht mit Spuren zu tun hat, die in Top-Studios unter Top-Aufnahmesituationen von Top-Studiomusikern eingespielt wurden, führt dies schnell zu Frust. Man bekommt nicht den nötigen Punch und Transparenz aus der Spur, der Mix klingt vermanscht , kreischig oder völlig überladen.

Mach es dir einfacher: Mische von oben nach unten

Eine Methode, mit der du mit großer Wahrscheinlichkeit vermeiden kannst, dass du schon gleich zu Beginn beim Abmischen steckenbleibst und dich verhedderst, möchte ich dir heute vorstellen. Die Idee ist, eben nicht mit den Einzelspuren anzufangen, sondern zu erst den Stereo Out, dann die Gruppenspuren und erst ganz zum Schluss die Einzelspuren zu bearbeiten. Versuche also zuerst deinen Mix bezüglich Lautstärke und Panning so auszubalancieren, dass er für dich gut klingt und dass jedes Element seinen Platz im Stereofeld hat. Ist das der Fall bearbeitest du den Stereo Out mit dem EQ. Entferne Frequenzen, die dir unangenehm erscheinen und hebe andere an, die dem Mix helfen. Anschließend komprimierst du deinen Mixbuss leicht. Das gibt dem Mix mehr Punsch und verdichtet ihn. Maximal 1-3dB Kompression sollten hier ausreichen. Wichtig ist es hierbei subtile Bearbeitungen zu machen und nicht gleich den perfekten Mix heraus zu holen. Das ist die dritte Ebene deiner Bearbeitung.

Bearbeite deine Gruppenspuren, bevor du an die Einzelinstrumente gehst

Gehen wir nun zur zweiten Ebene: Das sind die Gruppenspuren, also die Spuren mit denen du eine bestimmte Gruppe von Instrumenten gleichzeitig bearbeiten möchtest. Deine Drumbus oder die Backingvocals zum Beispiel. Mache auch hier Bearbeitungen, die der entsprechenden Gruppe helfen besser und druckvoller zu klingen. Jetzt solltest du idealerweise schon einen wesentlich besseren Mix hören, wenn du die Bearbeitung deines Stereo Outs und der Gruppenspuren zuschaltest. Du hast jetzt den riesigen Vorteil, dass du schon ein wesentlich besser klingendes Signal hast, wenn du nun an die Einzelspuren gehst und kannst somit viel Zeit sparen.

In diesem Video habe ich die Methode veranschaulicht:

Die richtige Reihenfolge bei EQ und Kompression

Was gehört zuerst in den Kanalzug, EQ oder Kompressor?

Über diese Frage gibt es wahre Glaubenskriege in den einschlägigen Foren im Netz. Die Wahrheit ist, dass es dafür keine alpgemeingültige Antwort gibt. Ich selbst habe lange damit herum experimentiert und beginne in den meisten Fällen mit der EQ Bearbeitung und komprimiere das Signal danach. Der Equalizer dient nach meinem Verständnis der Tonformung, das heißt zunächst unerwünschte oder unangenehm klingende Frequenzen abzusenken und danach die Frequenzen anzuheben, die relevant für das Tonmaterial sind. Anschließend komprimiere ich das so optimierte Signal.

Was passiert, wenn man zuerst komprimiert?

In manchen Fällen hat es sich für mich als besser erwiesen, wenn ich den Kompressor zuerst gesetzt und dann das komprimierte Signal mit EQ bearbeitet habe. Das ist meistens der Fall, wenn ich recht starke Manipulationen mit dem Equalizer mache, zum Beispiel wenn ich einen Frequenzbereich aus bestimmten Gründen sehr stark anheben will. Wenn man eine Frequenz anhebt, macht man den Frequenzbereich um ein paar dB lauter. Das bedeutet, wenn man den Kompressor danach einsetzt, komprimiert er diese Frequenzen auch stärker. In manchen Fällen kann das zu unerwünschten Nebeneffekten führen.

 

Hier geht’s zum Video über diese Thematik:

Mehr Breite und Tiefe für deine Leadvocals

Leadvocals spielen die Hauptrolle in jeder modernen Musikproduktion. Dass sie sauber im Mix sitzen und es ihnen nicht an Sprachverständlichkeit und Durchsetzungsfähigkeit fehlt ist es wichtig zu wissen, wie man sie richtig sowohl in die Breite als auch in die Tiefe bekommt.

In drei Schritten zum perfekten Ergebnis

Ich stelle euch heute meinen Workaround vor, um dies zu bewerkstelligen. Im ersten Schritt geben wir den Vocals etwas Hall hinzu, um ihnen mehr Ambience bzw. Räumlichkeit zu verleihen. Am besten eignen sich hier „kleine“ Hallfahnen mit nicht zu lang eingestellter Decayzeit. Hier geht es hauptsächlich darum die Vocals virtuell in einen etwas größeren Aufnahmeraum zu platzieren. Oft empfiehlt es sich vor dem Hall einen EQ zu laden und einen Lowcut zu setzen, um unerwünschte tiefe Frequenzen zu sperren.

Im zweiten Schritt laden wir uns ein Stereo Delay in einen AUX-Kanal und stellen eine sehr kurze Delayzeit mit wenig Feedback ein (maximal ein Slap als Wiederholung) Auch hier sind Low- und Highcut-Filter oftmals eine gute Wahl um unerwünschte Frequenzen zu sperren. Auf diese Weise bekommen wir die Vocals etwas breiter und größer.

Als Drittes erstellen wir einen neuen AUX-Channel und laden uns ein Mono-Delay in den Kanalzug. Jetzt stellen wir eine wesentlich größere Delayzeit ein (je nach Songtempo meist Achtel oder Viertel), denn dieses Delay hat mehr die Aufgabe als Echo zu wirken (gerne drei bis vier Wiederholungen) .Stellt euch das Feedback nach Geschmack ein und lasst das Delay in der Stereomitte. So „verschwinden“ die Echos nach hinten im Raum und wir suggerieren dem Zuhörer den Eindruck von mehr Tiefe.

Wichtig ist immer darauf zu achten, dass man gegebenenfalls einen EQ einsetzt und diese Effekte subtil einsetzt, damit sie nicht mit der tatsächlichen Hauptstimme konkurrieren.

Ein Video mit praktischem Beispiel findet ihr hier:

Die “Schmerzfrequenzen bei 2000 Hz” (Aua!)

Vorsicht beim Anheben im Frequenzbereich  um die 2000Hz

Viele Amateurmixe entlarven sich als solche, weil sie kreischen, harsch und dünn klingen und weil es ihnen an Body und Wärme fehlt. Oftmals ist der Grund hierfür, dass zu viele Instrumente im Bereich um die 2000 Hz angehoben würden. Warum passiert das unerfahrenen Mischern gerne? Reden wir zunächst einmal über Leadvocals. Relativ schnell erfährt der Misch-Neuling, dass bei den Vocals ein Anheben der Frequenzbereiche ziwusche 1 und 3 kHz die Deutlichkeit, Durchsetzungsfähigkeit und die Sprachverständlichkeit verbessert. Tatsächlich klingt der Gesang meist gleich besser wenn man diesen Frequenzen ein paar dB zugibt. Deswegen sagt sich der unerfahrene Kanalzugschieber:

Warum nicht bei anderen Instrumenten auch um die 2000 Hz anheben?

Was beim Gesang gut klingt, muss ja dann auch bei anderen Instrumenten helfen. Das Blöde ist, dass man gefühlt tatsächlich zunächst oft eine Verbesserung zu hören meint, wenn man beispielsweise Gitarren ebenfalls bei 2000 Hz anhebt. Klingt aggressiver und durchsetzungsfähiger. Besonders wenn man dir Instrumente solo abhört :-). Doch Vorsicht!Was beim Gesang hilft, hilft nicht automatisch auch bei der zu dünnen Gitarre, dem Piano, der Orgel oder den Streichern. Wenn hier bei diesen Instrumenten und vor allem bei zu vielen von diesen Instrumenten um die 2000 Hz anheben, erhalten wir schnell einen unangenehm klingenden “hohlen” kreischigen Mix. Ich senke deswegen in meinen Mixen, gerade die Gitarren gerne um die 2000Hz etwas ab. Deswegen ist die Gitarre nicht beleidigt und man verschafft den Leadvocals gleichzeitig mehr Raum.

 

In meinem heutigen YouTube Video zeige ich das an einem praktischen Beispiel:

Drums abmischen – die Top to Bottom Methode

Drums abmischen kostet Zeit und Nerven

Drums abmischen kann eine heikle und zeitintensive Angelegenheit sein. Wer von uns kennt das nicht? Man geht halbe Ewigkeiten die einzelnen Instrumente durch, versucht das beste aus den einzelnen Instrumenten herauszuholen, probiert viele verschiedene Kompressoren um den meisten Druck herauszuholen oder beiden sich Transit Designern um noch mehr Punch in die Drums zu bekommen.

Das alles kostet viel Zeit und oft auch viel Nerven. Deswegen möchte ich dir heute eine Methode zeigen, mit der du beim Schlagzeug abmischen viel Zeit sparen kannst:

Die Top to Bottom-Methode

Der Trick bei dieser Methode ist, sich nicht durch die einzelnen Instrumente des Schlagzeugs durchzuarbeiten bis der Sound passt, sondern von oben nach unten zu mischen. Das bedeutet wir gruppieren die Drums auf einen Aux-Channel und fangen mit dem Mischen bei diesem Gruppenkanal an.  Das hat den Vorteil, dass wir erst einmal versuchen den Gesamtklang der Drums verbessern und somit ein viel bessere Ausgangsposition haben, um später die Einzelnen Instrumente zu bearbeiten. Danach abarbeiten wir uns “weiter nach unten” . Also die Raummikrofone, die OHs und erst zum Schluss die einzelnen Trommeln.

Ich mische seit vielen Jahren meine Drums so und kann diese Methode nur empfehlen. Auf meinem YouTube-Kanal habe ich ein Video dazu gemacht: