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Category: Mixing

EQ für Lead Vocals in 3 einfachen Schritten perfekt einstellen

Ist die Arbeit mit dem Equalizer verwirrend  für dich? Sitzt du oft vor deinem Projekt und sweepst durch die verschiedenen Frequenzbänder einer Spur und bist dir total unsicher welche Frequenzen dun anheben oder absenken solltest?

Dann geht es dir wie vielen anderen beim Mixing auch. Nach meiner Erfahrung ist die Arbeit mit dem EQ für viele der größte Pferdefuss im ganzen Mixingprozess überhaupt. Dennoch ist er einer der wichtigsten Arbeitsschritte, wenn nicht sogar der wichtigste überhaupt. Die Arbeit mit dem Equalizer kann maßgeblich entscheidend dafür sein ob dein Mix nachher gut oder eben schlecht klingt. Insbesondere bei den Leadvocals solltest du mit dem EQ sehr sorgfältig umgehen.

Um dir die Arbeit hier etwas einfacher zu machen möchte ich dir heute ein einfaches 3-Schritt System zeigen, mit dem du deinen Vocalsound mittels EQ wesentlich verbessern kannst.

Warum ist die EQ Bearbeitung bei Vocals besonders wichtig?

Wenn du deine Vocals mit EQ bearbeitest solltest du vor allem ein Ziel im Kopf haben: Den natürlichen Klang der Stimme bestmöglich darzustellen und zu unterstützen. (Es sei denn du machst einen EDM Song, bei dem du die Stimme absichtlich künstlich klingen lassen willst).

Natürlich könnte man jetzt sagen: “Okay dann bearbeite ich die Stimme gar nicht, dann ist sie am natürlichsten”. Stimmt nicht ganz. Denn sowohl das Mikrofon als auch der Raum in dem der Gesang aufgenommen wurde beeinflussen die Klangcharakteristik der Stimme maßgeblich.

Deswegen solltest du beim Vocal-EQing versuchen unangenehme Raumanteile und über- oder unterproportional abgebildete Frequenzeigenschaften des betreffendes Mikrofone möglichst herauszufiltern oder wieder reinzuholen. Hast du bei den Gesang in einem klanglich perfekt ausgestatteten Raum und mit einem hochwertigen Mikrofon aufgenommen erleichtert das die Sache natürlich ungemein :-).

Das perfekte 3-Schritt System

Im folgenden möchte ich dir meine 3-Schritt-Methode zeigen, mit der ich meine Vocals immer bearbeite und mit der du in den meisten Fällen sehr gute Ergebnisse erzielen wirst:

 

  • Schritt 1: Setze einen LowCut Filter: Wenn du einen LowCut Filter bei  ca. 110 Hz setzt eliminierst du unnötige Trittschall- oder Bewegungsgeräusche, die der Sänger in der Gesangskabine macht. Außerdem filterst du so unnötige dumpfe Frequenzen oder Atmer heraus die für den Klangcharakter der Stimme keine wichtige Rolle spielen.
  • Schritt 2: Hebe die Höhen mit einem Shelf Filter ab ca. 7kHz leicht an: Damit kannst du deinem Gesang mehr samtigen, edlen Glanz verleihen, der in den meisten Fällen als sehr angenehm wahrgenommen wird.
  • Schritt 3: Sweepe mit einem recht hoch eingestellten Glockenfilter mit geringer Filtergüte durch die restlichen Frequenzbänder und suche nach Frequenzen, die unangenehm oder störend klingen. Diese senkst du dann wiederum mit einem schmalbandigen Glockenfilter ab (3dB ist hier ein grober Richtwert)

Natürlich ist jede Stimme individuell und muss deswegen auch individuell bearbeitet werden. Manchmal wird eine Anhebung in den Höhen gar nicht notwendig sein oder es gibt keine störenden Frequenzen, die du absenken musst. Dennoch sparst du dir viel Zeit wenn du beim Mischen systematisch vorgehst. Diese 3 Schritte sollten dir zumindest als sehr guter Startpunkt für weitere Feineinstellungen geben.

Im folgenden Video zeige ich dir dieses Prinzip am praktischen Beispiel:

In welchen Arbeitsschritten stellst du deinen EQ ein? Hast du eine bestimmte Vorgehensweise?

Drums abmischen mit System

Druckvolle Drums mit viel Power sind definitiv das Rückgrat jeder modernen Musikproduktion. Allerdings kann es, besonders wenn du noch nicht soviel Erfahrung beim Abmischen hast, zu einer echten Herausforderung werden dieses komplexe Instrument in den Griff zu bekommen. Da das Schlagzeug meistens über mehrere Mikrofone aufgenommen wird, kommt es öfter zu Phasenproblemen, die eigentlich gut aufgenommene Drums lasch und kraftlos klingen lassen, wenn diese Probleme nicht behoben werden.

Um Drums richtig gut abzumischen brauchst du ein System

Ob bei einem Soundcheck zum Livekonzert oder im Tonstudio, du hast es bestimmt schon einmal gehört, das altbekannte, nicht enden wollenden “BummBummBumm” beim Einstellen oder Abmischen der Bass Drum. Dieses nervtötende Gehämmer zieht sich dann endlos durch bis der Tontechniker oder Mischer alle Einzelinstrumente der Drums so abgemischt hat dass sie optimal klingen.

Die gute Nachricht ist: Es gibt eine Abkürzung für dieses nervtötende Prozedere. Es heißt Top-Down Mixing. Die Idee basiert darauf, dass du erst deinen Drumbus, die Overheads und die Raummikrofone abmischst, bevor du tatsächlich an die Einzelinstrumente gehst. Es ist oft erstaunlich wie gut man den Sound des gesamtem Drumkits schon verbessern kann, wenn man die richtigen Einstellungen im Drumbus vornimmt und sich genug Zeit dafür lässt. Das hat den großen Vorteil dass du dir insgesamt sehr viel Zeit sparst. Denn wenn du die Drumgruppe gewissenhaft bearbeitest, hast du schon einen wesentlich besseren Grundsound, wenn du dich danach an die einzelnen Drumspuren machst. Probier’s mal aus und ich garantiere dir, das Abmischen deiner Drums wird dir mit dieser Methode wesentlich einfacher fallen. Diese Methode zeige ich dir in diesem Video.

 

Auch die Toms wollen ordentlich abgemischt sein

Eine Frage, die mir Abonnenten oft gestellt haben ist, wie man einen richtig fetten Tomsound bekommt.  Hier gibt es einen Trick. Wenn die Toms nicht gerade grottenschlecht aufgenommen sind, kann man diese meist nach dem gleichen Prinzip bearbeiten. Dieses Prinzip basiert im Wesentlichen auf drei Arbeitsschritten (EQ, Kompression und ein passendes Reverb) , die, richtig angewandt,  zu 90% immer funktionieren und ein großartiges Ergebnis liefern.

 

Wenn nichts mehr hilft: Wechsel die Drumspuren aus

Es mag, insbesondere für den Künstler eine harte Entscheidung sein, aber manchmal hilft alles nichts. Wenn die Schlagzeugspuren qualitativ so schlecht aufgenommen sind dass auch die ausgefeiltesten Mixing Tricks nicht mehr weiterhelfen solltest du die Drumspuren auswechseln. Jede ordentliche DAW bietet ein Tool dafür an. In der Regel wird über einen Schwellwert die entsprechende Trommel herausgesucht, die ausgewechselt werden soll und dann durch ein besser klingendes Sample ersetzt.  Allerdings funktioniert das nur, wenn nicht zu viele Übersprechungen durch andere Instrumente des Schlagzeugs auf dem entsprechenden Mikrofon zu hören sind, da die Software die einzelnen Schläge sonst nicht mehr voneinander unterscheiden kann. Für solche Fälle gibt es sehr ausgefuchste, allerdings nicht ganz billige Spezialtools wie zum Beispiel Addictive Trigger von XLN Audio.

Das Schlagzeug gewissenhaft abzumischen ist essenziell für eine gute, moderne Musikproduktion. Auch wenn das Bearbeiten dieses komplexen Instruments besonders für Anfänger nicht immer ganz einfach ist, kannst du diese Aufgabe mit den oben vorgeschlagenen Techniken problemlos bewältigen.

Hast du selbst eine bestimmte Herangehensweise entwickelt wie du deine Drums abmischst? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Hall Automation für Lead Vocals

Wenn man Reverbs auf Leadvocals einsetzt, arbeitet man meistens mit zwei Halls. Einem kleineren, der dem Gesang etwas mehr Räumlichkeit verleiht und einem größeren um den Gesang, genau, größer erscheinen zu lassen und ihn besser in den Mix einzubetten.

Bei Balladen und getragenen Titeln, die dem Gesang viel Raum lassen kann es spannend sein wenn man die Hallfahne automatisiert. Somit kannst du beispielsweise Endlos Hallfahnen erzeugen, die langsam im Off versinken. Wie das funktioniert zeige ich dir in meinem heutigen Youtube Tutorial:

Pass bei großen Hall-Effekten aber auf, dass du am Ende nicht mit Schnorchel mischen musst 😉

Lange Hallfahnen sind zwar eindrucksvoll, bergen aber auch ein gewisses Risiko. Sie können nämlich dazu führen, dass deine Leadvocals am Ende in zu viel Hall absaufen und du einen verwaschenen undefinierten Mix bekommst.

Deswegen sollte man, zusätzlich zur Automation auch einen EQ einsetzen, um das Reverb in den Höhen und Tiefen zu beschneiden. Damit klingt der Hall einerseits nicht zu silbrig nach und andererseits vermeidest du dass sich Frequenzen im Bassbereich aufschaukeln. Sehr hilfreich ist dabei der Abbey Road Reverb Trick.

Bei dieser Technik beschneidest du bestimmte Frequenzen deines Halls und bekommst somit ein subtileres Ergebnis, das den Hall besser mit dem Gesamtmix verschmelzen lässt.

Sei beim Kauf von Reverb Plugins nicht geizig

Normalerweise rate ich davon ab dass du dein Geld für teure Edel-Plugins von Drittanbietern herauswirfst, denn die meisten DAWs haben bereits hervorragende Native Plugins, mit denen man professionell Musik produzieren kann.

Viele der integrierten Hall-Plugins sind aber nicht sehr hochwertig und haben oftmals einen sehr blechernen, metallischen Nachklang.

Deswegen lohnt es sich für ein Hall-Plugin etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Viele Anbieter, wie z.B. Native Instruments oder Waves haben hervorragende Emulationen hochwertiger Vintage Reverbs entwickelt, die die Original Hardware Units täuschend echt imitieren können. Stöber hier einfach mal in den verschiedenen Angeboten herum und schaue was für dich und deinen Geldbeutel am besten passt.

Mich würde interessieren mit welchen Reverbs du arbeitest und wie du sie einsetzt. Schreib mir dazu gerne in die Kommentare.

Vielen Dank dass du meinen Newsletter abonniert hast und happy mixing & producing!

Martin

 

7 Plugins in 7 Tagen – meine neue Miniserie ist am Start!

Ab heute geht meine neue Serie online. Ich werde dir diese Woche jeden Tag ein neues Plugin vorstellen, das ich für empfehlenswert halte. Los geht es heute mit einer Review von CLA MixDown, ein Plugin aus der Signature Serie von Top-Mixer Chris Lord Alge. Dieses Tool kannst du in deinen Mixbus laden, verschiedenen Einstellungen wie Kompression, Drive und diverse Frequenzkurven einstellen und dann “durch” dieses Plugin durchmischen.

Das Ziel hierbei ist es, schon mit der Mixbus Bearbeitung den trockenen Mix erheblich zu verbessern. Das erleichtert dir die Bearbeitung der Einzelspuren nachher erheblich. Dieses Prinzip habe ich in diesem Tutorial schon einmal vorgestellt. CLA Mixdown vereint die komplette Mix Bus Bearbeitung in einem Plugin, das sehr einfach und intuitiv zu bedienen ist und mit dem man schnell erstaunliche Ergebnisse erzielen kann.

Sich tolle Plugins zuzulegen macht natürlich Spass und mit der Zeit wirst du herausfinden welches davon in dem riesigen Angebot zu dir passt, damit du deinen individuellen Sound formen kannst. Ich empfehle allerdings, gerade für jemanden, der erst mit dem Mischen angefangen hat, sich zunächst auf die Native Plugins deiner DAW zu konzentrieren. In den allermeisten Fällen reichen diese für eine sehr gute Musikproduktion nämlich völlig aus.

Jetzt wünsche ich dir viel Spass mit der Serie, hoffe dass ich dich dadurch inspirieren kann und freue mich natürlich immer über einen Daumen nach oben von dir!

Weiterhin Happy Mixing & Songwriting!

Martin

Wie bekommst du einen großartigen Sound für dein Gitarrensolo?

Gitarrensoli machen Spass und können der Höhepunkt eines Titels sein. Aber wie mischt man eine Solo Gitarre eigentlich ab? Die gut bekannt Formel “Weniger ist mehr” trifft auch in diesem Fall häufig zu.

Mischen beginnt schon beim Recording. Je besser die Audiospuren sind, die du bekommst, desto einfacher wird es dein Projekt zu mischen. Das gilt auch für das Gitarrensolo. Der Gitarrist sollte schon im Vorfeld an einen großartigen, fetten und durchsetzungsfähigen Sound arbeiten, der zum Titel passt. Der Haken bei der Sache ist, das viele Gitarristen für ihren Solosound bereits Lieblingseffekte haben und diese dann gleich mit aufnehmen.

Achtel Delays und Platte Halls sind ein guter Startpunkt

Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings kann es für den Mischer später schwierig werden das Solo “in den Mix” zu bekommen. Gerade sehr großzügig eingesetzte Hall und Delay-Effekte können können hier zu einer Herausforderung werden. Deswegen empfehle ich immer zumindest diese beiden Effekte bei der Aufnahme weg zu lassen und später dazu zu mischen. Wenn du im Vorfeld also die Möglichkeit hast, versuche das Vertrauen des Lead Gitarristen zu gewinnen 😉

Ist der Gitarrensound  erste Sahne, macht es richtig Spass damit zu arbeiten. Ich verwende meist ein kurz eingestelltes Stereodelay oder einen kleinen Plate Hall um die Gitarre größer darzustellen und ihr mehr Räumlichkeit zu verleihen. In vielen Fällen setze ich dann noch ein zweites Mono-Delay ein, das ich auf die Seite panne. So bekommt die Gitarre noch mehr dreidimensionale Tiefe. Als Zeiten bieten sich hier auf Achtel eingestellte Delays ein (probiere ruhig auch mit Triolen- und punktierten Werten herum). Dadurch bekommen die einzelnen Töne eine Delayfahne, die den Sound noch spannender und rhythmischer machen. In meinem heutigen YouTubeVideo zeige ich dir das an einem praktischen Beispiel:

Wie mischst du deine Gitarrensoli am liebsten ab oder bist du eventuell selbst Gitarrist/In und hast bereits deinen eigenen, speziellen Lieblingssound entwickelt? Welche Effekte benutzt du am liebsten? Lass es mich im Kommentarbereich wissen, Ich bin gespannt!