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Category: Blog

4 Tipps wie du deinen Mixing Workflow beschleunigst

Die größte Frustration bei vielen angehenden Mischern ist, dass sie oft viel zu lange brauchen um einen Mix fertig zu bekommen. Das liegt meist daran, dass sie kein richtiges Konzept haben nach dem sie arbeiten und sich viel zu oft in unwichtigen Details verheddern. Perfektionismus ist aber auch beim Mischen nicht immer das Maß aller Dinge. Denn Musik ist Geschmacksache. Es ist unmöglich mit einem Song oder eben einem Mix alle zufrieden zu stellen. Deswegen fange ich auch gleich mit dem provokantesten Tipp an:

 

  1. Gib dich mit 90% zufrieden
    Ich weiß, dass mir viele hier nicht zustimmen werden. Dennoch bin ich der Überzeugung dass es den perfekten Mix nicht gibt. Mach einfach den Selbsttest. Wenn du einen Mix fertig hast, mit dem du zu 100% zufrieden bist, höre in zwei Wochen nicht an. Wenn du nach dieser Zeit wieder reinhörst werden dir garantiert Sachen auffallen, die du jetzt anders machen würdest. Mach den Test nach einem Monat und einem halben Jahr nochmal. Auch dann werden dir wieder ganz andere Dinge auffallen, die du jetzt anders mischen würdest. Und selbst wenn du jederzeit zu 100% mit deiner Arbeit zufrieden bist zufrieden bist, sind andere bestimmt anderer Meinung. Dem einen ist der Gesang zu laut, dem anderen das Gitarrensolo zu leise und so weiter. Musik ist Geschmacksache. Du wirst mit deinem Mix niemals en Geschmack von allen treffen. Gib dich deswegen mit 90% zufrieden.
  2. Führe Checklisten
    Mixing Projekte können sehr groß und komplex sein. Es kann schnell passieren, dass du einen wichtigen Arbeitsschritt vergisst und dich nachher darüber ärgerst. Arbeite deswegen mit Checklisten. So kannst du sicher sein dass du an alle Aufgaben denkst, die du für wichtig hältst und sie helfen dir auch eine gewisse Routine beim Ablauf zu bekommen. Ich führe auch immer eine Liste darüber wie lange ich gebraucht habe um einen Song zu mischen. So habe ich eine gute Übersicht wo ich gerade stehe und wie lange ich durchschnittlich brauche. Außerdem kann ich so selbst mit mir in Konkurrenz treten und
    versuchen beim nächsten Mal noch effektiver zu arbeiten.
  3. Kenne deine DAW

    Wenn du zügig mischen willst, setzt das voraus, dass du dich mit deiner DAW sehr gut auskennst. Mit sehr gut auskennen meine ich aber nicht, dass du sie in und auswendig kennst. Sei auch hier effizient. Konzentriere dich auf die Funktionen, die du für deine Arbeit brauchst und kenn dich dort sehr gut aus. Macht du eher EDM Musik solltest du wissen wie du Loops bearbeiten kannst und dich intensiv mit den Synthesizern deiner DAW beschäftigen. Nimmst du viel auf solltest du dich mit den Aufnahmebefehlen (z.B. Punch-In) gut auskennen. Machst du Filmmusik, arbeite dich in diesen Bereich ein. Werde zum Experten für den Bereich deiner DAW, der für dich und deine Arbeit wirklich wichtig ist. Ich selbst nutze vielleicht 20% der Möglichkeiten von Logic. Aber dort kenne ich mich richtig gut aus.
  4.  Erstelle dir eigene Shortcuts und Navigationsbefehle
    Wenn du schnell arbeiten möchtest,  dann musst du dich in deinem Projekt und deiner DAW auch schnell bewegen können. Eigene Navigationsbefehle können hier wahre Wunder wirken! Lies dich genau ein was deine DAW schon an Navigationsbefehlen mitbringt und erstelle dir auf jeden Fall auch selbst welche. So kannst du sicher stellen dass du schnell an bestimmte Stellen deines Projekts navigieren kannst und das ist etwas, das du beim Mixing nahezu ununterbrochen tun musst. Du willst einen Abschnitt loopen, das Projekt ab einer bestimmten Region abspielen, schnell zum zweiten Chorus springen usw. Auch Zoom Befehle sind sehr wichtig. Du musst wissen wie du schnell hereinzoomen und wieder herauszoomen kannst, beispielsweise um dir eine Wellenform genauer anzuschauen. Lege dir auch Shortcuts an um schnell zwischen den einzelnen Arbeitsfenstern wie Arrangierfenster, Mixer, Editor, usw. hin -und her schalten zu können.

    Hier gibt’s ein Video von mir, in dem ich erkläre, wie du schnell durch dein Projekt navigieren kannst:

Überspringe niemals diesen Arbeitsschritt!

Editing – ein wichtiger, aber gern übersehener Arbeitsschritt

Unter Editing versteht man das Entfernen ungewollter Nebengeräusche, wie zum Beispiel Trittschll, Atemgeräusche  und Verstärkerrauschen aus deinen Audiospuren. Auch das  Aufbereiten und Schneiden der Tracks, sowie das Heraussuchen der besten Takes gehört dazu. Diese Arbeit nicht besonders beliebt oder kreativ dennoch ist sie für einen guten Mix von entscheidender Bedeutung. Denn nichts ist ärgerlicher als mitten im Mixing Prozess festzustellen, dass ein Knackser auf dem Gitarrensolo ist oder bei den Gesangsspuren versehentlich ein Wort in der Mitte durchgeschnitten wurde. Deswegen: Editiere deine Spuren gewissenhaft BEVOR du mischst (ich mache das immer am Abend vorher), damit du dich während dem eigentlichen Mixing auch wirklich auf den Song fokussieren und deiner Kreativität freien Lauf lassen kannst.

Besonderes Augenmerk solltest du auf die Vocals Spuren legen, hier erzielt das Ohr (fast) nichts

Bei den Lead Vocals solltest du unbedingt darauf achten, dass du unerwünschte Nebengeräusche wie Trittschall oder Atmer herausschneidest oder zumindest leiser machst. (Ein Gesang ganz ohne Atmer kann unnatürlich klingen). Wenn der Lead Gesang sehr laute S-Laute generiert und kein De-Esser wirklich hilft kann es auch mal sein dass du alle S-Laute manuell herunterziehen musst (Trist aber Fakt). Ein paar coole Tools von Waves die diese Arbeit sehr erleichtern und die viel Schnippelei, Stummschalten und Fades setzen ersparen zeige ich dir in diesem Video.

Achte bei Backing Vocals auf die S-Laute!

Wenn du viele Backing Vocals hast, kannst du bei diesen Spuren die S-Laute nur bei einer Spur lassen und bei den anderen ganz brutal wegschneiden. Gerade wenn acht Backing Vocals auf einmal ein “S” oder “sch” singen, hilft oft der beste De-Esser nichts mehr. Auch die Atmer kannst du hier meist komplett eliminieren. Wenn du mit einem professionellen Sänger zusammen arbeitest, kannst du ihn oder sie auch bitten beim Einsingen der Backing Vocals die S-Laute einfach nicht mitzusingen.

Achte auf Übersprechungen bei deinen Schlagzeugspuren

Auch die Drums sind so ein Fall. Da sie mit mehreren Mikrofonen aufgenommen werden nimmt beispielsweise das Mikrofon mit dem du die Snare Drum abnimmst auch alle anderen Instrumentenwie Toms Becken und so weiter mit auf. Je nach dem wie gut das Set aufgenommen wurde sind auf den einzelnen Spuren mehr oder weniger Übersprechenden der anderen Instrumente zu hören. Das kann insbesondere dann problematisch werden wenn du die einzelnen Schlagzeuginstrumente nachher komprimieren möchtest. Durch die Kompression werden nämlich auch die Hintergrundgeräusche (sprich: die Überreichungen der anderen Instrumente) “nach vorne geholt” und und sind somit sehr viel besser zu hören. Das kann dann schnell zu einem verwaschenen und laschen Drumsound führen.

Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist das Gate oder ein Expander. Mit einem Noise Gate kannst du einen Schwellwert festlegen, das heißt das Noise Gate lässt nur Töne/Schläge durch, die diesen Schwellwert überschreiten. Somit kannst du unerwünschte Nebengeräusche und Übersprechungen auf deinen Schlagzeugspuren eliminieren. Im heutigen Teil meiner Serie zeige ich das an einem praktischen Beispiel:

Editing macht nicht immer Spass – aber es hilft dir beim Mixing Spass zu haben!

Wie bereits eingangs erwähnt. Editing ist nicht die beliebteste Arbeit im Mixing Prozess. Ich kenne sogar Mischer, die das Editing outsourcen und jemand anderes ihre Spuren editieren lassen. Denke aber immer daran: Sauber editierte, eingefärbte und logisch angeordnete und beschriftete Spuren verschnellern deinen Workflow und erhöhen deinen Spassfaktor beim eigentlichen Mixing massiv! Mit ein bisschen Übung und Routine geht dieser Arbeitsschritt mit der Zeit auch recht zügig von der Hand und du hast von vorne herein einen besseren Überblick über dein Projekt.

Wie editierst du deine Projekte? Hast du ein bestimmtes Konzept oder eine bestimmte Vorgehensweise? Schreib sie unten in die Kommentare!

 

Instrumente und ihre Frequenzbereiche

In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen wie die Frequenzverteilung verschiedener Instrumente aussehen kann. Besonders bei sehr ähnlichen Frequenzanteilen bestimmer Instrumente wird deutlich, dass hier im Mix Probleme von Überlagerung und Überbetonung entstehen können. Gerade aus disem Grund ist es auch schon in der Vorproduktion die Aufgabe des Arrangeurs oder Produzenten, dafür zu sorgen, dass sich nicht zu viele Instrumente im gleichen Frequenzbereich tummeln. Im verlinkten Video erkläre ich die Klangeigenschaften der Frequenzbereiche am Praktischen Beispiel.

Bass & Bass-Drum
Fangen wir mit dem Fundament einer jeden (oder fast jeden) Mischung an, der Bass-Drum Die Frequenz für den Grundton der Bass -Drum liegt (je nach Modell) zwischen 250 und ca. 500Hz, hier hören wir den eigentlichen, charakteritischen Kesselklang des Instruments. Bei ungefähr 2-3 bis 5 kHz findet man die hochmittigen Frequenzen des Schlägelanschlages. Da es sehr viele unterschiedlich Snaredrum-Modelle gibt, können diese, auch abhängig vom Kesselmaterial stark variieren. Dennoch kann man sagen dass sich die Snare-Grundtöne meist um die 120-280Hz tummeln. Der eigentliche Kesselklang ist meist zwischen 300-800Hz beheimatet. Das Rascheln des Snareteppichs findet sich um die 5-6kHz der Anschlagston meist bei um die 2kHz.

Die Grundtonfrequenzen eines 4-bündigen E-Basses liegen bei ca. 41 bis etwa 392 Hz. Im unteren Mitten Bereich (300-800Hz) definiert sich der eigentlich Klangcharakter des Instruments üner die wichtigen Obertöne – hier hören wir Wärme und Fülle. Hochfrequente Saitengeräusche und der “Slap” finden sich ab 2 kHz bis ca. 4 kHz. Morgen machen wir uns an Teil zwei der Frequenzbilder von einzelnen Instrumenten.

Gitarren
Kommen wir jetzt zu den Instrumenten, die im Frequenzfeld weiter oben anschließen. Da wäre als erstes Die E-Gitarre, die Frequenzen der Grundtöne der E-Gitarre reichen hinunter bis zu 140 Hz. Fülle und Bauch liefern bei diesem Intrument 200-500 Hz. Schärfe und Aggressivität bekommt man bei um die 1,5 und 3 kHz und bei 4-5 kHz findet man Glanz. Bei der Akkustikgitarre findet man die Grundtöne der tieferen Saiten bei etwas 80-120 Hz. Hier sollte man eingreifen wenn man nach einem runden und vollen Sound strebt. 200-300 Hz verstärken den Bauch, die feinen, hochfrequenten Anschlagsgeräusche liefert der Bereich zwischen 2 und 5 kHz.

Klavier/Flügel
Das Klavier oder der Flügel entwickeln einen satten und vollen Klang bei etwa 80-160 Hz. Möchte man den Anschlag oder “Punch” des Instruments herausheben sollte man in der Gegend um 2,5 und 7 kHz suchen. Achtung, wenn man es hier zu sehr übertreibt erhält man den typischen “Honky-Tonk-Piano-Klang”. Über 7 kHz kann man den Klang des Flügels mit feiner Brillanz veredeln.

Streicher
Einen warmen, voluminösen Klang bei Streichern realisiert man im Bereich von 200-300 Hz. Die filigranen Anstrichgeräusche spielen sich bei zwischen 7 und 12 kHz ab. Erscheinen die Streicher in einem Mix beispielsweise zu präsent, kann man dem entgegensteuern, indem man diesen Bereich etwas absenkt. Die Vocals entwickeln ihre Fülle und sonore Wärme im Frequenzbereich um etwa 100-140 Hz.

Vocals
Der Bereich zwischen 200 und 400 Hz verursacht, sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Gesangsstimmen oft ein undeutliches Dröhnen in der Stimme und ist somit ein Kandidat für eine EQ-Absenkung. Sprachverständlichkeit und Klarheit liegen bei ca. 3-5-kHz. Die ungelieben Zischlaute und rauschhaften Sibilanten sind im Bereich um die 7-11 kHz zu finden, Glanz und Brillanz lassen sich durch 12-16 kHz kontrollieren.

Natürlich lassen sich diese Frequenzangaben nur als ungefaire Orientierung verstehen.  Deswegen sollte man bei der Bearbeitung von Frequenzverläufen im Mix auch grundsätzlich immer seine Ohren als Referenz nehmen und niemals eine Frequenztabelle. Wichtiger noch aber als Frequnztabellen und EQ-Bearbeitung ist die möglichst klare, klangliche Vision, die man von einem Song hat und zwar bevor man das erste plug-in in den Kanalzug lädt. Erst dann sollte man eine zielgerichtete Veränderung am Frequenzbild vornehmen.

Hier findest du ein Video, in dem ich die Klangeigenschaften einzelnen Frequenzbereiche erkläre:

 

Mischen mit Checklisten vermeidet unnötige Fehler

Ob ein Mix gut wird hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, nicht zuletzt natürlich davon wie gut das Arrangement, die Musiker und das Aufnahmeequipment sind. Aber auch du als Mischer hast großen Einfluss darauf, ob der Mix am Ende druckvoll transparent und differenziert klingt, oder eben lasch, kraftlos und matschig.

Oft sitzt du vielleicht vor deinem Mix und bist frustriert, weil du ihn auch nach vielen Stunden nicht zum Klingen bringen kannst, aber ein Mix, bzw. das Arrangement besteht aus so vielen kleinen Details, dass es schnell passieren kann, dass man die richtigen Schritte, die nötig wären um den Mix gut klingen zu lassen, einfach übersieht.

Besser mischt, wer ein Konzept hat

Deswegen habe ich dir in diesem PDF eine, oder besser gesagt mehrere Checklisten zusammengestellt, die dir helfen können Fehler besser zu erkennen und die auf die jeweilige Mixing Situation abgestimmt sind. Es gibt nämlich auch noch Dinge zu beachten BEVOR du überhaupt anfängst zu Mischen, genauso wie wenn dein Mix „eigentlich“ fertig ist, du ihn aber noch Mastern lassen willst. Außerdem gibt’s noch jede Menge Tipps wie du deinen Worfklow insgesamt verschnellern und optimieren kannst.

Ich persönlich benutze diese Checklisten bei jedem Mix und gehe erst zum nächsten Schritt über, wenn ich wirklich alle Punkte des betreffenden Arbeitsschrittes abhaken kann.  So kann man viele Fehlerquellen von vornherein eliminieren und sich auf den folgenden Arbeitsschritt fokussieren.

Denn nicht ist ärgerlicher als mitten im Mixprozess festzustellen, dass man das Gain Staging vergessen hat und der Mix Bus durch die Decke geht oder man beim Editingprozess vergessen hat Atmer, Trittschallgeräusche und Knackser zu entfernen. Muss man zu einem vorherigen Arbeitsschritt zurückkehren kostet das wertvolle Zeit und vor allem Nerven.

Entnervt und überfordert mischt es sich aber einfach nicht gut, ebenso wird es schwierig seine Kreativität zu entfalten, wenn man lustlos Atmer und Störgeräusche herausschneidet. Deswegen ist derjenige, der ein Konzept hat und seine Abläufe gut organisiert, meist im Vorteil.

Hier kannst du dir die Mixing-Liste herunterladen

7 Mythen über das Normalisieren von Audiomaterial

Der Prozess des Normalisierens von Audiodateien ist für Newcomer in der digitalen Audioproduktion oft nicht  ganz einfach zu verstehen. Das Wort selbst “Normalisieren” hat nämlich unterschiedliche Bedeutungen, das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund warum hier oftmals größere Verwirrung entsteht.

 Das Normalisieren ist ein automatisierter Prozess, der den Pegel jedes einzelnen Samples  eines digitalen Audiosignals in der selben Größenordnung verändert und zwar so, dass das lauteste Sample den gewünschten Pegel erreicht. In den meisten Fällen ist das 0dBfs, also der lauteste Pegel, der in einer digitalen DAW “erlaubt” ist. Normalisieren ist somit im Prinzip nichts anderes als die Lautstärke manuell über den Kanalzug eines Faders zu verändern, das ganze Signal wird um einen bestimmten Wert nach oben oder nach unten verändert. Mit dem Unterschied, dass der Normalisierungsprozess automatisch gesteuert wird, das bedeutet, dass die DAW das ausgewählte Audiomaterial scannt, um die lauteste Stelle zu finden und dann jedes Sample darauf bezogen eanpasst. Einige der unten aufgeführten Mythen beziehen sich im Prinzip direkt auf das Mißverstehen dieses Prozesses, andere wiederum entsehen eher durch ein eher generelles Mißverständniss was Sound, Mischen und digitale Audioproduktion angeht.
 Mythos #1:

“Normalisieren in einem Projekt bewirkt dass alle Spuren gleich laut sind “

Wenn man mehrere Spuren normalisiert, bewirkt das lediglich dass die jeweils lauteste Stelle aller Spuren gleich laut ist. Darüberhinaus ist die Wahrnehmung von Lautstärke subjektiv und hängt von mehreren Faktoren wie Länge, Intensität und Frequnezbild des Sounds ab. Und obwohl der lauteste Signalpegel ein wichtiger Faktor ist hat er keine direkte Beziehung zur durchschnittlichen Lautstärke einer Audiospur, die ja auch sehr dynamisch sein kann.

Mythos #2:

“Normalisieren macht es einfacher einen Song zu mischen”

Dieser Mythos rührt wahrscheinlich von dem Wunsch, sich mit einem einfachen Trick das Mischen zu erleichtern. Besonders für Anfänger könnte dies ein ziemlich verführerischer Gedanke sein. In Wirklichkeit trfft dieser mythos aber leider nicht zu. Es gibt keine Abkürzung zum perfekten Mix. Der Pre-Fader in einem Kanalzug hat auch keinen Einfluss darauf ob ein Instrument sauber im Mix sitzt oder nicht. Vereinfacht gesagt: Es gibt keine “korrekte Track Lautstärke”  und schon gar kein korrektes Peak Level.

 Mythos #3:

“Normalisieren erweitert den Dynamikbereich”

Ein normalisierter Track kann subjektiv erst einmal so wirken als würde er druckvoller klingen und mehr Punch haben. Das ist jedoch nur der weithin bekannten Illusion geschuldet, dass wir ein lauteres Signal erst einmal als besser empfinden. Der dynamikbereich definiert die Differenz zwischen der lautesten und der leisesten Stelle einer Aufnahme. Der Normalisierungsprozess wirkt sich allerdings sowohl auf die lauten las auch auf die leisen Stellen gleichermaßen aus und lässt so deren Differenz unberührt.

 Mythos #4:

“Normalisieren wirkt sich nicht nachteilig auf das Audiomaterial aus, warum sollte man es dann nicht einfach machen?”

Einer der wichtigsten Mixtipps überhaupt lautet: Wende eine Technik nicht “einfach nur so” oder “weil es jeder” macht” an. Und man könnte noch weiter gehen, denn es gibt auch gute Gründe warum man nicht normalisieren sollte, die da wären:

  • Normalisieren erhöht zwar den Signalpegel es rhöht aber gleichzeitig auch den Lautstärkepegel. Lautere Einzeltracks bedeuten unweigerlich auch dass sich die Gesamtlautstärke des Mixes aufaddiert. Man kann jetzt natürlich den normalisierten Track wieder leiser mischen, aber, äh….erst Normalisieren um dann Spuren wieder leiser zu mischen?
  • Lautere Tracks oder Spuren bedeuten auch weniger Headroom. Spure, die zu heiß an der 0dBfs Grenze gefahren werden, laufen auch größere Gefahr nach EQ und Kompressoreinsatz zu verzerren.
  • Audiomaterial nah an die 0dBfs Grenze zu normalisieren kann inter sample peaks hervorrufen (das sind Ausschläge, die nach der d/a Wandlung höher sind, weil das abgetastete Signal in der Phase “ungünstig” zur Abtastrate liegt und daher “falsch” gedeutet wird, bzw. diePeaks höher sind.)
Mythos #5:

“Man sollte immer Normalisieren”

Als Audio Engineer sollte man Worte wie “immer” und “niemals” prinzipiell nie verwenden. Jede Entscheidung beim Mischen hängt om individuellen Song ab, der vorliegt und da jeder Song verschieden ist gibt es keine einzige Technik, die immer hundertprozentig funktionieren wird. Das Gleiche gilt für das Normalisieren.

 Mythos #6

“Normalisieren ist reine Zeitverschwendung”

Hier zwei Gründe wann Normalisieren definitiv Sinn machen kann:

  • Wenn das Audiosignal (aufrund einer schlechten Aufnahme o.ä.) so leise ist, dass man es weder mit Gain und Volumefadern laut genug bekommt um es im Mix zu verwenden. Idealerweise sollte man in diesem Fall die Aufnahme wiederholen, aber es gibt Fälle in denen das nicht möglich ist.
  • Wenn das Ziel tatsächlich sein soll den lautesten Teil eines Tracks, ohne Rücksicht auf seine subjektiv empfundene Lautstärke, einzupegeln, das kann beispielsweise bei weißem Rauschen oder bei nicht musikalischem Material von Vorteil sein.

Mythos #7

“Normalisieren stellt sicher, dass der Track nicht übersteuert”

Leider auch falsch. Ein einzelner Track auf 0dBfs wird nicht übersteuern. Wenn dieser Track jedoch durch Filter EQ oder ähnliches bearbeitet wird, kann er trotzdem übersteuern, dies gilt besonders für Subgruppen.

Andere Definitionen für “Normalisieren”

Wie eingangs erwähnt kann der Begriff “Normalisieren” in der Studiotechnik unterschiedliche Dinge bedeuten. Beim Mastern beispielsweise werden teilweise alle Tracks eines Albums auf die selbe Lautstärke normalisiert. Dies bezieht sich jedoch auf die subjektive Wahrnehmung der Lautstärke und der Mastering engineer entscheidet hier von Fall zu Fall. Manche Systeme bieten auch eine sogenannte “RMS Normalisierung” an, diese Art der Normalisierung funktioniert eher nach dem Prinzip wie wir subjektiv Lautstärke definieren.