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Category: Blog

Vermeide diese „Mixing Tipps“

Im Internet kursieren inzwischen tonnenweise Mixing Tipps, die dir alle helfen sollen deine Mixe zu verbessern. Leider gibt es nicht nur gute sondern auch schlechte Mixing Tipps, die deinem Mix eher schaden als ihn nachhaltig zu verbessern. Sieben solcher „Tipps“, die du besser nicht anwenden solltest möchte ich dir in diesem Artikel erläutern.

“Tipp” Nr. 1: Setze auf allen Spuren außer Bass- und Snare Drum großzügig einen Hi Pass Filter ein.

Dieser Tipp ist inzwischen in recht vielen Mixing Tutorials zu sehen. Grundsätzlich ist es nicht falsch auf vielen Spuren mit einem Hi Pass Filter zu arbeiten, allerdings kann man mit dieser Methode einige Spuren auch ihrer “guten” Tiefen oder Bässe beschneiden. Deswegen Hi Pass Filter ja, aber nicht automatisch auf allen Spuren und vor allem nicht ab einer automatisch Eingestellen Grenzfrequen wie z.B. 110 Hz. Das gilt übrigens für alle EQ Entscheidungen. Bevor du mit der Bearbeitung beginnst, frage dich ob du auf der betreffenden auch wirklich ein Problem, das du bearbeiten musst?

“Tipp” Nr.2: Hebe keine Frequenzen mehr als drei db an ( oder senke sie entsprechend ab)

Auch diesen Tipp hört man inzwischen relativ oft. Es ist richtig dass man zunächst einmal versuchen sollte mit moderaten EQ Bearbeitungen anzufangen. Dennoch gibt es Situation in denen es Sinn macht eine Frequenz auch mal um mehr als 10 dB anheben kann, wie in diesem Beispiel. Verlasse dich beim Mischen auf deine Ohren und nicht auf  irgendwelche “Mixing Regeln”  die  jemand aufgestellt hat. Denke daran: Wenn es gut klingt, ist es gut. Auch wenn du beim Gesang eine Frequenz um 8dB angehoben hast!

“Tipp” Nr. 3: Benutze diese Mixing Einstellungen wenn du Instrument X mischst

Immer öfter sieht man auch Tipps, wie z.B. EQ oder Kompressoreinstellungen, die man generell anwenden soll um eine fette Snare oder die besten Lead Vocals zu bekommen. “Komprimiere die Lead Vocals immer mit einer Ratio von 3:1” oder “hebe bei der Snare grundsätzlich bei 3000Hz 3dB an, um mehr Punch zubekommen”. Ich kann nur abraten solche vorgefertigten Schablonen zu verwenden. Denn jedes Instrument, jede Aufnahme und jeder Aufnahmeraum klingt anders, so dass du niemals bestimmte Einstellungen bei Effekten verwenden kannst, die “immer funktionieren.

“Tipp” Nr. 4: Der “Autosound Test”

Auch das ist so ein Mythos, der sich etabliert hat. “Wenn dein Mix im Auto gut klingt, klingt er überall gut” ist die dazu passende Aussage. Leider ist sie falsch. Hast du beispielsweise große Subwoofer in deinem Auto wirst du den Eindruck bekommen, dein Low-End ist zu laut. Wenn du das dann korrigierst klingt dein Mix aber eventuell auf einer anderen Abhörquelle wieder zu dünn. Dein Auto ist nicht “die amtliche Abhörquelle schlechthin” , sondern auch nur eine unter vielen.

“Tipp Nr. 5: Wenn du sehr leise abhörst musst du deinen Raum nicht akustisch optimieren

Das stimmt nur bedingt. Es ist zwar richtig dass die Raumreflektionen weniger werden wenn du sehr leise abhörst, weg ist die Raumakustik deswegen aber nicht. Wenn du in einem Raum mit sehr schlechter Akustik abhörst, betrügst du deine Ohren also auch, auch bei leiser Abhörlautstärke. Wenn dir die Optimierung deines Raumes zu teuer ist, empfehle ich dir daher öfter mal mit guten Kopfhörern gegenzuhören. Mit diesem genialen Plugin kannst du übrigens  sogar mit Kopfhörern eine gute Raumakustik simulieren.

“Tipp” Nr. 6: Der magische Mixbus

Diese Aussage kursiert auch viel im Netz: Dein Mixbus ist der Kanalzug, in dem die Magie passiert. Du musst nur die richtigen Edelplugins in der richtigen Reihenfolge hineinladen und schon transformiert sich dein Mix von Amateur zu Pro. Ich selbst beginne tatsächlich in meinem Top Down Mixing Prozess erst mit dem Mixbus und versuche dort schon mal den Mix signifikant zu verbessern, bevor ich an die Einzelspuren gehe. Doch die Bearbeitungen, die ich dort vornehme sind sehr subtil, da sie sich ja auf den  kompletten Mix auswirken. Es geht hier lediglich darum, den Mix so weit zu  optimieren, dass du es nachher bei der Bearbeitung der Einzelspuren einfacher hast. Mit Magie hat das nichts zu tun.

Kennst du auch fatale Mixing Tipps, die du lange angewendet hast, um dann irgendwann festzustellen, dass sie einem Mix mehr schaden als ihm zu helfen?

Warum es extrem wichtig ist wie du deinen Mix beginnst

Welche Schritte du als erstes machst, wenn du anfängst abzumischen, kann unter anderem darüber entscheiden, ob dein Mix später gut wird, oder ob er in sich zusammen fällt..

Du kennst das bestimmt auch: Du sitzt an deinem Mix, hörst kurz in den Song rein, bestimmst das Genre und fängst dann an die Einzelspuren abzumischen.

Du gibst dir viel Mühe bei der Bass-Drum, arbeitest dich von den Drums weiter zu anderen wichtigen Instrumenten, probierst mit deinen neuen Plugins herum, die du dir für teures Geld gekauft hast und dann, wenn du eine Spuren zum ersten Mal zusammen anhörst passt plötzlich nichts mehr zusammen.

Das geht vielen so. Mir ging es auch jahrelang so. Es ist frustrieren nach vielen Stunden mühevoller Arbeit feststellen zu müssen dass man am besten gleich noch mal von vorne anfangen sollte. Muss das sein? Nein, natürlich nicht. Denn es gibt einen besseren Weg. Aber zunächst die Frage:

Warum bringt das Abmischen der Einzelspuren gleich zu Mix Beginn so viele Nachteile mit sich?

Hier einige Argumente:

  • Wenn du gleich zu Beginn anfängst dich an die Einzelspuren zu machen ist die Gefahr groß dass du dich schnell in Details verhedderst, die zum jetzigen Zeitpunkt noch gar keine Rolle spielen
  • Wenn du deine Spuren gleich zu Beginnhauptsächlich solo abhörst hast du kein Gesamtbild des Titels vor Augen, also wo du eigentlich mit deinem Mix hin willst.
  • Der Versuch  Einzelspuren perfektionistisch zu bearbeiten und beispielsweise “die fetteste Rock Bass Drum” zu mischen ist sehr zeitaufwendig und führt dazu, dass deine Ohren schnell ermüden und du die Objektivität verlierst.

Die bessere Option ist mit einem groben Grundmix zu beginnen

Vorausgesetzt du hast ein ordentliches Editing gemacht und deine Spuren per Gain Staging richtig eingepegelt ist es wesentlich sinnvoller mit dem Mix als Ganzem anzufangen.

Das heißt du lässt ALLE Spuren gleichzeitig laufen und versuchst, ohne auch nur ein einziges Plugin in einen Kanalzug zu den, zunächst einmal eine gute Lautstärkebalance der einzelnen Instrumente untereinender hinzubekommen. Am Besten fängst du bei der lautesten Stelle des Mixes an und lässt diese im Loop laufen.

Bist du mit den Lautstärkeverhältnissen zufrieden verteilst du die Elemente sinnvoll im Stereofeld. Hier bietet sich das sogenannte LCR Panning an, also nur ganz rechts, ganz links, oder in der Mitte. Das spart Zeit und du kannst später immer noch Feineinstellungen vornehmen.

Mit einem Grundmix zu beginnen hat viele Vorteile:

  • Du lernst den Song kennen und weißt welche Elemente den Song ausmachen
  • Wenn du den lautesten Songpart als erstes abmischst werden die Verhältnisse meist auch in leiseren Parts stimmen.
  • Wenn du mit Spass, aus dem Bauch heraus und zunächst mal ohne Effekte mischst, zwingst du dich, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren und verlierst keine Zeit, weil du dich zwischen zig Plugins entscheiden musst

Stimmen dann Lautstärke- und Panningeinstellungen ist es oft hilfreich in deinen Master Fader noch einen Kompressor zu laden und den Gesamtmix leicht (2-3db max.) zu komprimieren. Das verdichtet dein Klangbild und deine Drums bekommen etwas mehr Druck. 

Zuerst einen guten Grundmix zu erstellen erspart dir also viel Zeit und Nerven und du hast  eine wesentlich bessere Ausgangsposition bevor du beginnst dich an die Einzelspuren zu machen.

In meinem aktuellen Video zeige ich einen solchen Grundmix am praktischen Beispiel:

Wie du deine Songs modern klingen lässt

Top Mischer Dave Pensado hat einmal gesagt es sei wichtiger modern zu klingen als gut zu klingen.  Darüber kann man sich natürlich streiten, aber mit Sicherheit ist an dieser Aussage etwas dran. Insbesondere dann wenn du Musik produzieren möchtest, die eventuell auch die Chance hat viele Zuhörer zu erreichen und im Radio gespielt zu werden.

Zunächst einmal ist es wichtig zu definieren was “modern” eigentlich bedeutet. Vergleichst du die heutigen Top Charts mit den Hits vergangener Jahrzehnte wirst du schnell feststellen dass diese sich in mehreren Faktoren unterscheiden. Ein Top Hit von heute wird beispielsweise wesentlich lauter sein als ein Hit Song von 1983. Auch im Sound und Songaufbau lassen sich Unterschiede erkennen.

Gitarrensoli sind out

So waren ausufernde Gitarrensoli in Songs vor 20+ Jahren durchaus noch üblich. Hörst du dir aktuelle Hits an, wirst du meist vergeblich nach einem Gitarrensolo, oftmals auch nach einer Gitarre suchen. Viele moderne Pop Produktionen verzichten auch auf ein akustisches Schlagzeug und setzen eher auf programmierte E-Drums. Der Sound, beziehungsweise die Instrumentierung hat sich hier also entscheidend verändert. 

Ein weiteres Merkmal aktueller Hits ist auch der Songaufbau. In den 70er Jahren waren die Zuhörer noch bereit sich ein zehnminütiges Intro anzuhören, bevor der Sänger seine erste Zeile gesungen hatte. Ein Song dieser Länge hätte heute keine Chance mehr im Radio gespielt zu werden. Vielmehr ist die maximale Songlänge um im Radio gespielt zu werden heute sogar festgeschrieben und darf 3:30 Minuten nicht überschreiten. 

Wer moderne Songs noch genauer untersucht wird feststellen, dass es auch wesentlich schneller “zur Sache geht” . Das heißt der Chorus setzt wesentlich früher ein und oft wird auch auf den sogenannten “Lift” oder den “Pre-Chorus” verzichtet der den Chorus einleitet.  Ein moderner Chart Hit besteht meist aus einem kurzen, prägnanten Vers, einem Chorus mit einer sehr einprägsamen, starken Hookline und meist noch einem Zwischenteil oder einer Bridge um das Arrangement spannend zu halten. 

Alles geht schneller und ist lauter

Zusammenfassend kann man sagen: “Alles geht schneller und ist lauter”. Auch das Intro. Top Produzent Max Martin meint dass du heutzutage maximal acht (!) Sekunden hast, um den Zuhörer “an die Angel zu bekommen”. Wenn in diesen acht Sekunden nichts passiert, was den Zuhörer neugierig macht, schaltet er auf den nächsten Sender um. Du brauchst im Intro also sofort einen echten “Hinhörer”. Das wird oftmals über interessante Effekte oder Sounds erreicht.

Wie du dir so einen Sound basteln kannst zeige ich dir im aktuellen Video:

Melodyne als dein Co- Songwriter!

Melodyne wird hauptsächlich als ausgebufftes Vocaltuning Plugin angesehen. Dabei kann es so viel mehr!

Mit Melodyne kannst du nicht nur eine dürftige Gesangsperformance aufpeppen, du kannst dieses Tool tatsächlich als deinen Co- Songwriter aktiv in deinen Arranging Prozess mit einbeziehen! 

Eine der größten Stärkenden Melodyne ist mit Sicherheit die Möglichkeit polyphones Material zu bearbeiten und sogar in MIDI Dateien umzuwandeln. Hast du zum Beispiel eine mehrstimmige Gitarrenperformance kannst du dir im Nu eine Klavierbegleitung dazu basteln oder sie mit einem geschmackvollen Pad unterlegen um sie eindrucksvoller zu gestalten. Darüberhinaus hast du die Möglichkeit einzelne Gitarrenakkorde zu verändern, kopieren oder zu löschen.

Dazu musst du einfach dein Audiomaterial in Melodyne transferieren. In Melodyne selbst wird deine Performance nun mittels sogenannter Blobs dargestellt. Diese ähneln MIDI Events, die du vielleicht schon aus dem Piano Roll Editor deiner DAW kennst. 

Jetzt kannst du diese Blobs einzeln oder auch komplett verschieben. Das ist nützlich wenn du deine Gitarrenspur zum Beispiel einen Ton höher transponieren möchtest.

Du kannst natürlich auch einzelne Noten verschieben, teilen verkürzen, lauter oder leiser machen und somit die Performance komplett umwandeln. Das ist insbesondere dann nützlich wenn die Aufnahmesession schon beendet ist und dir im Nachhinein auffällt dass bei einem bestimmten Part ein paar Backing Vocals ganz nett wären. Diese kannst du dir mit Melodyne einfach selbst dazubasteln ohne den Sänger nochmals ins Studio bitten zu müssen.

Diese Techniken und noch vieles mehr erkläre ich dir in meiner neuen Melodyne Serie. 

Hier geht’s zu den Videos:

Die Frequenzbereiche und ihre Eigenschaften

Heute möchte ich über die sechs verschiedenen Freuqnzbereiche schreiben, die wir im Tonstudio unterscheiden Diese Bereiche und ihre Klangeigenschaften zu kennen ist essentiell, wenn man gute Musikmischungen fabrizieren möchte. So weiß man schnell wenn z.B. Wenn ein Mix matschig, dröhnig, dünn oder anstrengend grell klingt, in welchem Frequnezbereich man suchen muss um den Fehler zu beheben.

Die sechs verschiedenen Frequenzbereiche sind: Sub-Bass, Bass, Tiefmitten, Hochmitten, Höhen (und Präsenzen)

Nachfolgend erläutere ich kurz die einzelnen Bereiche:

Der Sub-Bass Bereich: Der Sub-Bass Bereich umfasst das untere Ende unseres Hörbereichs. Töne in diesem Bereich werden mehr gefühlt oder wahrgenommen als dass sie tatsächlich gehört werden. Das menschliche Ohr reagiert auf diesen Bereich sehr sensibel.. Die Frequenzen vermitteln uns in diesem Bereich meist ein Gefühl von Größe und Stärke, das hängt auch mit unseren unbewussten Assoziation von Gefahrensituationen zusammen. Oft arbeitet z.B. die Filmindustrie mit dieser psychoakkustischen Wirkung, um uns mit gezielten Sub-Bass Effekten in Angst und Schrecken zu versetzen. (Schon mal die Schritte King Kongs im Kinosaal gehört? :D)

Der Bass-Bereich: In diesem Bereich finden sich meist die Grundtöne zu Akkorden eines Songs. Mixe, denen es an Bassfrequenzen fehlt klingen meistens dünn. Bassfrequenzen haben sehr viel Energie und müssen, um von unserem Ohr wahrgenommen zu werden deutlich lauter sein als z.B. mittige Frequenzen. Im übrigen sind Bassfrequenzen für unser Ohr nur sehr schwer lokalisierbar.

Der Tief-Mitten Bereich: Hier finden wir wichtigste harmonischen Klänge, die oftmals den Klangcharacter und die Klangfarbe eines Instrumentes definieren. Viele Instrumente entwickeln über diese Frequenzen ihre Fülle und Wärme. Nehmen die Tiefmitten im Gesamtmix allerdings überhnad, entseht der berühmte, undefinierte Klangmatsch Im Tiefmitten-Bereich haben die meisten Instrumente Frequenzanteile, deswegen sollte man hier bei der Musikproduktion ein besonderes Augenmerk darauf richten, dass dieser Bereich möglichst nicht zu überladen klingt

Der Hoch-Mitten Bereich: Im Hoch-Mitten Bereich finden wir die Frequentanteile, die einen Mix klarer und transparenter machen können. Zuviel des Guten in diesem Bereich läst die Mischung blechern oder näseln klingen, fehlen diesen Frequenzen empfinden wir den Mix als dampf. Vorzugasweise E-Gitarren und Snares entwickeln hier ihre chararkteristischen Sounds. Präsenz Der Name ist Programm. Mit den Präsenz-Frequenzen kann man die Signale einzelner Intrumente näher und eindrucksvoller (“in the face”) getalten. Auch für den Klang der menschlichen Stimme ist dieser Bereich von bedeutung. Zuviel davon “klingelt” förmlich in den Ohren, wirkt scharf und blechern.

Der Höhen-Bereich: Dieser Frequnezbereich umfasst ausschließlich Obertöne und Geräuschanteile akustischer Signale. Instrumente, die in diesem Bereich stark vertreten sind, sind beispielsweise Becken, Blasgeräuschen von Blechbläsern oder Anstrichgeräusche von Streichern. Ebenfalls hier beheimatet sind die geräuschhaften Laute wie S,sch,z,f und h. Die Höhen können einem Mix oder Signal Brillanz und Luftigkeit (“air”) vermitteln. Deswegen ist hier auch die Gafahr relativ hoch zuviel dieser Frequenzen anzuheben. Ein Mix mit zuvielen Höhen, wirkt auf uns anstrengend und lässt das Ohr schnell ermüden.

In diesem Video erläutere ich die sechs Frequenzbereiche am praktischen Beispiel: