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Warum es extrem wichtig ist wie du deinen Mix beginnst

Welche Schritte du als erstes machst, wenn du anfängst abzumischen, kann unter anderem darüber entscheiden, ob dein Mix später gut wird, oder ob er in sich zusammen fällt..

Du kennst das bestimmt auch: Du sitzt an deinem Mix, hörst kurz in den Song rein, bestimmst das Genre und fängst dann an die Einzelspuren abzumischen.

Du gibst dir viel Mühe bei der Bass-Drum, arbeitest dich von den Drums weiter zu anderen wichtigen Instrumenten, probierst mit deinen neuen Plugins herum, die du dir für teures Geld gekauft hast und dann, wenn du eine Spuren zum ersten Mal zusammen anhörst passt plötzlich nichts mehr zusammen.

Das geht vielen so. Mir ging es auch jahrelang so. Es ist frustrieren nach vielen Stunden mühevoller Arbeit feststellen zu müssen dass man am besten gleich noch mal von vorne anfangen sollte. Muss das sein? Nein, natürlich nicht. Denn es gibt einen besseren Weg. Aber zunächst die Frage:

Warum bringt das Abmischen der Einzelspuren gleich zu Mix Beginn so viele Nachteile mit sich?

Hier einige Argumente:

  • Wenn du gleich zu Beginn anfängst dich an die Einzelspuren zu machen ist die Gefahr groß dass du dich schnell in Details verhedderst, die zum jetzigen Zeitpunkt noch gar keine Rolle spielen
  • Wenn du deine Spuren gleich zu Beginnhauptsächlich solo abhörst hast du kein Gesamtbild des Titels vor Augen, also wo du eigentlich mit deinem Mix hin willst.
  • Der Versuch  Einzelspuren perfektionistisch zu bearbeiten und beispielsweise “die fetteste Rock Bass Drum” zu mischen ist sehr zeitaufwendig und führt dazu, dass deine Ohren schnell ermüden und du die Objektivität verlierst.

Die bessere Option ist mit einem groben Grundmix zu beginnen

Vorausgesetzt du hast ein ordentliches Editing gemacht und deine Spuren per Gain Staging richtig eingepegelt ist es wesentlich sinnvoller mit dem Mix als Ganzem anzufangen.

Das heißt du lässt ALLE Spuren gleichzeitig laufen und versuchst, ohne auch nur ein einziges Plugin in einen Kanalzug zu den, zunächst einmal eine gute Lautstärkebalance der einzelnen Instrumente untereinender hinzubekommen. Am Besten fängst du bei der lautesten Stelle des Mixes an und lässt diese im Loop laufen.

Bist du mit den Lautstärkeverhältnissen zufrieden verteilst du die Elemente sinnvoll im Stereofeld. Hier bietet sich das sogenannte LCR Panning an, also nur ganz rechts, ganz links, oder in der Mitte. Das spart Zeit und du kannst später immer noch Feineinstellungen vornehmen.

Mit einem Grundmix zu beginnen hat viele Vorteile:

  • Du lernst den Song kennen und weißt welche Elemente den Song ausmachen
  • Wenn du den lautesten Songpart als erstes abmischst werden die Verhältnisse meist auch in leiseren Parts stimmen.
  • Wenn du mit Spass, aus dem Bauch heraus und zunächst mal ohne Effekte mischst, zwingst du dich, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren und verlierst keine Zeit, weil du dich zwischen zig Plugins entscheiden musst

Stimmen dann Lautstärke- und Panningeinstellungen ist es oft hilfreich in deinen Master Fader noch einen Kompressor zu laden und den Gesamtmix leicht (2-3db max.) zu komprimieren. Das verdichtet dein Klangbild und deine Drums bekommen etwas mehr Druck. 

Zuerst einen guten Grundmix zu erstellen erspart dir also viel Zeit und Nerven und du hast  eine wesentlich bessere Ausgangsposition bevor du beginnst dich an die Einzelspuren zu machen.

In meinem aktuellen Video zeige ich einen solchen Grundmix am praktischen Beispiel:

swrtr Administrator

Martin Wolfinger, songwriter, musicproducer & audioengineer.

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